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Beispielhafte Evidenzantwort

Welchen Nutzen und welche Risiken hat Melatonin bei Insomnie im Erwachsenenalter?

BeispiellesungQuellengestützte SyntheseBelege geprüft

Bei Erwachsenen mit primären Schlafstörungen verkürzt Melatonin die Einschlafzeit geringfügig und verlängert die Gesamtschlafzeit gegenüber Placebo bescheiden. Eine Metaanalyse von 19 randomisierten Studien fand eine um etwa 7 Minuten verkürzte Einschlaflatenz und eine um etwa 8 Minuten verlängerte Gesamtschlafzeit bei verbesserter Schlafqualität [1]. Die Effektgröße ist klein, und ihre klinische Bedeutung ist umstritten.

Die europäische Insomnie-Leitlinie 2023 empfiehlt die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) als Erstlinientherapie und spricht für retardiertes Melatonin nur eine schwache Empfehlung aus, vor allem für Erwachsene ab 55 Jahren, was die begrenzte Wirksamkeit widerspiegelt [2].

Melatonin wird bei kurzfristiger Anwendung im Allgemeinen gut vertragen; Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit und Schwindel sind die häufigsten Effekte. Daten zur Langzeitsicherheit sind begrenzt, und nicht regulierte, frei verkäufliche Produkte variieren im tatsächlichen Gehalt erheblich [1, 2].

Einschränkungen
  • Der durchschnittliche Nutzen ist klein und für viele Patienten möglicherweise nicht klinisch relevant; Studienpopulationen sowie Melatonin-Formulierungen und -Dosierungen waren heterogen.
  • Wirksamkeit und Sicherheit über einige Monate hinaus sind kaum charakterisiert.
Quellen dieser Lesung
III / Systematische Übersicht2013

Meta-Analysis: Melatonin for the Treatment of Primary Sleep Disorders

[1]PMID 23691095PLoS ONE
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I / Leitlinie2023

The European Insomnia Guideline: an update on the diagnosis and treatment of insomnia 2023

[2]DOI 10.1111/jsr.14035Journal of Sleep Research
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